Curitiba, die Stadt der Einkaufszentren, der "Tubos", der Parkgaragen und des "Auges". Eine Woche bin ich spaziert, flaniert, habe mich orientiert und doch wieder verirrt. Und kaum konnte ich blinzeln, stand ja auch schon Flavio am Flughafen.
So wie Zuerich die Stadt der Kinos ist, reiht sich in Curitiba Einkaufsentrum an Shopping-Mall an Supermercado! Unglaublich, dieser Einkaufswahn. Nachts um 10 sind diese Dinger voller kaufender, essender, schwatzender, flanierender Brasilianer im Shoppingrausch. Und jetzt vor Weihnachten ist alles drei Mal so laut, bunt, beleuchtet und billig. Natuerlich gibt es zu diesen Einkaufszentren Tiefgaragen, doch der fahrbare Untersatz kann auch sonst an jeder Strasse in kleinen Parkgaragen, sogenannte "Estaçionamentos", versorgt werden. Da liegt dann also zwischen zwei Hochhaeusern einfach Brachland, das als Parkplatz benutzt wird. Und das Mitten in der Stadt!
Curitiba hat als 3. Besonerheit ein sehr ausgekluegeltes Bussystem. Das witzige daran sind die "Tuben", die Wartehaeuschen, die Schwarzfahren verhindern sollen.
Innerhalb dieser Bushaeuschen kann auch umgestiegen werden. Neben der roten Linie, die diese Tuben bedient, gibt es ausserdem noch graue, gelbe und gruene Busse, die alle "normale" Stationen bedienen. Das ganze waere ja fuer Ausstenstehende gar nicht so arg, wenn nicht die Beschilderung, die Stationsnamen und die Nummern der Busse fehlen wuerden. D.h. die Busse haben zwar Nummern, sind vorne jedoch nur mit den jeweiligen Endstationen angeschrieben. Auf dem Verkehrsplan, den Flavio und ich am Sonntag an der Rueckwand (!) eines Wartehaeuschens entdeckt haben, sind die Busse jedoch nur mit Nummern angegeben. Die Route der roten Linie ist nur innerhalb der Tube angegegben, meistens ist der Kleber aber schon abgerissen. An den gelben Bussen sind neben den Eingangstueren Schilder mit den Strassennamen angebracht, an denen Stationen bedient werden. In der Strasse selber gibt es dann zahlreiche Moeglichkeiten auszusteigen. Zusammen mit meinem katastrophalen Orientierungssinn hat dieses "System" fuer etliche Ver(w)irrung gesorgt. Aber ich lebe ja noch!
Und dann steht in Curitiba auch noch das "Auge" von Niemeyer! Weil ich mich fuer die Matur im Ergaenzungsfach Geschichte mit Niemeyer befasst habe, war dies eine wunderbare Gelegenheit, seine Architektur mit eigenen Augen zu sehen. Faszinierend!
Endlich bin ich nicht mehr alleine unterwegs! Flavio ist am Freitag Morgen mehr oder weniger gesund und munter am Flughafen angekommen. Nur sein Gepaeck, das hatte er nicht dabei! Schon in Sao Paulo musste er feststellen, dass sein Rucksack entweder in Zuerich geblieben oder dann falsch verladen wurde. Auf jeden Fall sassen wir 2 Tage lang auf Nadeln, bevor das Gepaeck endlich ins Hotel geliefert wurde. Uff!
Danach konnte die Reise aber definitiv los gehen. Und so sind wir in der Nacht auf Montag nach Foz de Iguaçu gefahren. Dort angekommen, entschieden wir uns, die argentinische Seite der Wasserfaelle anzuschauen. Die "Cataratas" liegen naemlich zwischen Brasilien, Argentinien und Uruguay.
Weder Fotos noch Worte koennen beschreiben, was wir an diesem Montag erlebt haben!
Die groessten, d.h. breitesten Wasserfaelle der Welt lassen einem zu ganz kleinen Menschen auf einem glitschigen Metallsteg inmitten von Getose und Gischt schrumpfen... diese unglaublichen Wassermassen, diese Naturgewalt, die Schwalben, die sich in der Gischt in die Tiefe stuerzen und ploetzlich ueberall Regenboegen... Kaum zu glauben, dass man dies wirklich erleben, sehen, hoeren, fueheln darf (Zum Glueck naemlich wurden Flavio und ich ab und zu von den Wassertroepfchen in der Luft geduscht- es war ein unertraeglich heisser Tag mit bis zu 38 Grad!).

Las Hermanas
Garganta do diabolo
Mit den tosenden Wasserfaellen im Ohr stiegen wir wieder in den Nachtbus und am naechsten MOrgen in den Serra-Nevada Express. Urspruenglich eine rege genutzte Meeresverbindung ist dieser Zug heute nur noch Touristenatraktion- allerdings eine wirklich schoene! Die Zugfahrt fuehrt naemlich vom Hochplateau Curitibas hinunter ans Meer.
Wir sind also von rauschendem Weiss in leuchtendes Gruen gefahren. Nun wartet das tiefe Blau des Atlantiks auf uns. Wir sitzen naemlich in Paranagua am Computer und warten auf die Faehre, die uns zur Ilha do Mel bringt, wo wir zusammen Weihnachten feiern werden.
Omi und Aetti sei Dank sind auch noch einige Schweizer Weihnachtsguetzli mit auf der Reise. Und Mama hat mir einen kleinen Weihnachtskalender geschickt. Da kommt am 24. dann vielleicht doch noch etwas Stimmung auf - Caipirinha schluerfend in der Haengematte, den Sonnenuntergang am Meereshorizont geniessen.
Alles Liebe
d
4 Kommentare:
Hey ihr beiden
ihr seht glücklich aus auf dem letzen bild, daher wünsche ich euch einfach viel spass und frohe weihnachten.
Ich melde mich die tage nochmal, bis dahin good night and good luck ;)
stephan
he stephan, das ist mein satz!!...nein, stimmt ja eigentlich nicht,aber GNAGL ist und bleibt meins ;)!!!!! komischerweise kann ich das letzte bild nicht sehe, seh also nicht wie glücklich ihr seid, aber vorstellen kann ich's mir...nach diesen naturwundern!!! weihnachten ist ja schon vorbei (bei mir war dieses jahr übrigens null weihnachtsstimmung vorhanden!) jetzt kommt dann noch silvester, das werd ich noch hier mit familie verbringen, dann geht's noch für ein zwei nächte nach urschalling (meine alte heimat) hanna und familie besuchen und dann wieder nach zürich...aber bis dahin werden wir uns sicher nochmal "hören";)...ich drück euch zwei reisende ganz fest! GNAGL r
hallo ihr beiden
wir hoffen, dass ihr gut in das neue jahr gestartet seid! viele spannende, interessante und tolle erlebnisse und alles gute im neuen jahr!
liebe grüsse natalie & barbara
p.s. danke dolo für die i-pod-dankeskarte
wow, da sind die NIagara Fälle ja ein bächlein dagegen. Finds gut dass ihr jetzt viel herumreist. Das ist Abenteuer. Ich geh dann übrigens Ende März nochmals für 4 MOnate in die USA auf die besagte Ranch, die so gross ist, wie der Kt. Zürich!
hehe Ein Traum! BIs dahin werd ich noch geld verdienen, damit auch alle zufrieden sind...
liebi grüess
Kommentar veröffentlichen